| Siegt mal schön!
Punktespiel von Khun Krut
Angeregt wird, im Freundeskreis einen Wettbewerb zu veranstalten und
dabei, nach einem Punktesystem, einen Sieger zu küren. Die Siegesprämie
sollte zuvor vereinbart werden. Auch bezüglich der Teilnehmergebühr
(Startgeld) sollte Einigkeit bestehen. Rechtsweg ausgeschlossen! Jede
Haftung des Initiators wird abgelehnt. Die Materie ist superkritsch! Das
Spiel eignet sich nur für Risikobereite. Jeder Mitspieler ist selbst
für die Gefahren verantwortlich, die er heraufbeschwört. Prozesse
wegen übler Nachrede eingeschlossen. Eltern haften für ihre
Kinder. Der Sieger aber, ist aller Ehren wert. Und nun zur Vergabe der
einzuspielenden Punkte:
- Es hat jahrzehntelanger Anstrengungen bedurft, bis es der verantwortlichen
Spaßgesellschaft Pattayas gelang, vollen "Sanuk" aus
der Überflutung der Strandstraße bei Regen zu erzielen. Immer
wieder gelang es dem Regenwasser, in den 10 Meter entfernten und 2 Meter
tiefer liegenden Golf von Siam abzufließen, wobei es sich hinterlistig
auf Naturgesetze berief. Um dieses Abfließen zu verhindern wurden
z.B. in einigen Bereichen sogar Sandsäcke aufgestapelt (Jomtien).
Nun endlich spritzen, bei Regen, die (noch) fahrenden Autos meterweite
Fontainen, weil es durch geschickte Baumassnahmen möglich war,
alle Naturgesetze zu überwinden und das Wasser auf der Straße
zu halten. Planer und Tiefbauunternehmen haben sich selbst übertroffen.
Beobachte das Geschehen, halte es im Bild fest und errechne deine Punkte
nach folgender Formel:
Regendauer (min) x Wasserhöhe (cm) x Spritzweite Autos (m) + nasse
Sandsäcke (kg) + Wasserverweildauer (Std.) = anzumeldende Punkte.
- Solltest du zu den Bevorzugten gehören, die einen Strom - oder
Telefonmast vor dem Haus haben, lasse einen Hund an diesen Mast pinkeln.
Sollten Stromversorgung und Telefonanschluss nicht sofort zusamenbrechen,
kassiere 300 Punkte pro Anschluß für deine privilegierte
Ausnahmestellung.
- Erreiche, daß Telefon-Anrufer sich namentlich melden. Für
jeden Anrufer, bei dem dir das gelingt, werden dir satte 500 Punkte
gutgeschrieben. Legt der Anrufer den Hörer auf, sobald du ihn nach
seinem Namen fragst, werden 100 Punkte von deinem Guthaben abgezogen.
Mußt du mehr als dreimal fragen und erzielst damit wenigstens
ein unverständliches Knurren, ergibt das 10 Trostpunkte. Außerdem
für jeden Anrufer ein vielseitiges Buch "Gutes Benehmen am
Telefon".
- Versuche einer Barmaid zu erklären, daß nicht nur sie heute
erstmals an der Bar arbeitet sondern daß das alle ihre Kolleginnen
ebenfalls behaupten und daß folglich alle Bars in Pattaya gestern
noch öd und leer waren. Erntest du verstörtes Kopfschütteln,
werden dir 100 Punkte gutgebracht. Bei unübersehbaren Zeichen des
Mißfallens 200 Punkte. Wirst du als "ruhmahg" (Vielwisser)
beschimpft, erzielst du 300 Punkte. Läßt man dich anschließend
verachtungsvoll links liegen, sind es 400 Trostpunkte. Das wahrscheinlichste
Ergebnis deiner Belehrung wird aus "mai kautschai" (nicht
verstehen) bestehen und bringt nur 50 Punkte.
- Männliche Teilnehmer, die darauf hinweisen, unter all den schlechten,
die einzig gute Frau Pattayas gefunden zu haben, erhalten keine Punkte,
weil das der Normalfall ist. Wer dagegen nachweisen kann, die einzig
Bessere zu haben, erhält 100 Punkte. Für die einzig Beste
gibt es 200 Punkte und die einzig Allerbeste wird mit 300 Punkten bewertet.
Weibliche Teilnehmer erhalten Punkte je nach Glaubensstärke ihres
Mannes. Irrgläubige bringen null Punkte, gläubig Hoffnungsvolle
100 Punkte, Gutgläubige 200 Punkte, leichtgläubige Fantasten
und Verwirrte 300 Punkte. Kassieren Paare gemeinsam 600 Punkte, gibt
es zusätzlich einen Freiflug mit Crash-Air nach Wolkenkuckucksheim.
- Geübte Auto-Aussteiger reißen schon beim Anhalten die Autotüre
auf, selbstverständlich ohne sich vorher umzublicken, weil das
nur Zeit kostet. Das Verfahren eignet sich nicht nur zum Zeitgewinn,
sondern ist auch bewährt beim Spalten der Schädel von Motorradfahrern.
Versuche diesen Zusammenhang geistigen Dünnbrettbohrer(Innen) zu
erklären. Bei Erfolg: 1'000 Punkte! Beim (wahrscheinlichen) Nichterfolg
100 Punkte pro Versuch, für gezeigten guten Willen.
- Versuche einem Barbesitzer zu erklären, daß er seine Lautsprecher
abstellen und Strom sparen kann, weil die Bars daneben bereits für
einen Hörsturz sorgen. Schreie ihm ins Ohr, daß niemand feststellen
kann, welche Bar die andere überbrüllt. Bei Erfolg (sehr unwahrscheinlich!):
1'000 Punkte.
- Versuche Einheimischen zu verdeutlichen, daß die Brillen der
Toiletten nicht zum Draufstehen gedacht sind und ab 50 Kilo Lebendgewicht
zerbrechen. Bei Erfolg: 1'000 Punkte und die nächste Brille gratis.
- Gehe mit deinem Schatz in die Disco und versuche, ohne Verwendung
der Zeichensprache, zu erklären, daß du mal schnell Zigaretten
holen willst. Bei Gelingen: 500 Punkte und eine Flasche Teerentferner
für deine Lunge gratis.
- Bringe Deiner Liebsten bei, daß "No häpp" nicht
immer und überall verstanden wird. Sollte sie sich ernsthaft bemühen,
"have" zu sagen: 10 Punkte. Sollte ihr das gelingen: 1'000
Punkte.
- Versuche einigen Farang zu erklären, daß "become"
nicht "bekommen", sondern "werden" bedeutet und
daß es nicht erstrebenswert ist "... to become Sauerkraut".
Gelingt dir das überzeugend, erhältst du 1'000 Punkte und
ein Eisbein gratis.
- Versuche (geduldig!) zu erklären, daß es für den Straßenverkehr
und für die hungrigen Kunden ungünstig ist, fahrbare Imbisskarren
in engen unübersichtlichen Kurven aufzustellen und ausgerechnet
dort, für Menschenansammlungen zu sorgen. Versuche deutlich zu
machen, daß es Fahrer gibt, die nicht blindlings um Kurven rasen,
sondern gerne "vorausblicken" wollen. Zähle die Münder,
die sich verständnislos öffnen und kassiere, pro Öffnung,
100 Punkte. Sollte der Karren tags darauf nicht mehr in der Kurve stehen,
kassiere 1'000 (hochverdiente) Punkte.
- Es ist wahr, daß es, unter Farang, starke Esser gibt, deren
Kalorienbedarf mit demjenigen heranwachsender Deckhengste zu vergleichen
ist. Es gibt (echt!) menschliche Futterverwerter, deren Nüstern
beben, wenn sie Eisbein, Sauerkraut und Pommes schnuppern, die alles
vernichten, was auf dem Teller gerade noch Platz hat, Nachschlag holend,
mampfend und prustend, staunenswerte Portionen verschlingend, bis zum
Abwinken oder bis der Arzt kommt. Believe it or not! Der Gastwirt lockt
sie erfolgreich, mit dem Angebot, man möge essen, soviel nur irgendwie
Platz hat und er findet interessierte Kundschaft. Hauptsache die (Un-)Menge
stimmt. Dem Wirt wird nichts geschenkt, ja es gab schon Freßsüchtige,
die erwogen, sich vor dem Vertilgen der Mammutportionen, den Magen auspumpen
zu lassen, damit die 99 Baht sich auch wirklich lohnen.
Als Aufschlag zum geringen Preis, bezahlt der gewaltige Esser allerdings
mit schweren Alpträumen in den zwei folgenden schwülen Tropennächten.
Sauerkrauts Rache!
Es gibt aber auch Kinder und ältere Herrschaften, die beim besten
Willen keine zwei Wiener Schnitzel samt einem halben Zentner Kartoffelsalat
verdrücken können. Solchen Konsumenten geht Qualität
vor Quantität.
Versuche, das deinem Gastwirt zu erklären. Verweise auf das gute
deutsche Speiselokal, in dem man einen Kinder- oder Seniorenteller bestellen
kann, ohne in Ungnade zu fallen. Es ist nämlich peinlich für
abgesättigte ältere Damen und Herren, den Teller halbvoll
zurückgehen zu lassen und dabei den fragenden, leicht vorwurfsvollen
oder gekränkten Blicken der Bedienung oder des Kochs zu begegnen.
Erkläre deinem bevorzugten Lokal- Inhaber, daß er mit einem
Kinder- und Seniorenteller ein neues, einmaliges Angebot in Pattaya
bringen würde, das Erfolg und zahlreiche Gäste verspräche.
Oma und Opa bringen gewiß auch noch einige Ausgehungerte mit,
so daß die Kasse wieder stimmt.
Sollte dir das Unglaubliche gelingen und demnächst ein Senioren-
oder Kinderteller auf einer Speisekarte erscheinen, kassiere 1'000 Punkte
und ein Wiener Schnitzel, das rechts und links je 5 cm über den
Tellerrand ragt, garniert mit einem alpinen Berg Kartoffelsalat und
einer Überschwemmung Bratensosse.
Rülps!
Und nun: Siegt mal schön!
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